Takeout JSON

Google Takeout: Fotodatum unter Windows korrigieren

Der ganze Ablauf unter Windows 10 und 11, vom Entpacken der ZIP-Teile bis zur Spalte Aufnahmedatum im Explorer, die danach wieder gefüllt ist.

Unter Windows fällt das Takeout-Problem sofort auf: Sie öffnen den entpackten Ordner im Explorer, sortieren nach Datum, und alles trägt den Tag des Entpackens. Die Spalte "Aufnahmedatum" ist bei den meisten Bildern leer. Hier ist der komplette Ablauf, in der richtigen Reihenfolge.

Schritt 1: Alle Teile in einen Ordner entpacken

Ein großer Export kommt als mehrere ZIP-Dateien, takeout-20260918T101500Z-001.zip, -002.zip und so weiter. Entpacken Sie alle in denselben übergeordneten Ordner, damit die Ordner Takeout\Google Fotos aus allen Teilen zusammenlaufen.

Das ist wichtig, weil ein Foto und seine .json-Datei oft in verschiedenen Teilen liegen. Liegen sie in getrennten Ordnern, findet kein Werkzeug sie zusammen.

Der eingebaute Entpacker von Windows ist bei großen Archiven mit Zehntausenden kleinen Dateien langsam und bleibt manchmal hängen. 7-Zip ist kostenlos und deutlich schneller. Rechtsklick auf die erste ZIP-Datei, 7-Zip, "Entpacken nach", und dann für jeden weiteren Teil denselben Zielordner wählen.

Schritt 2: Zeitzone prüfen

Öffnen Sie Einstellungen, Zeit und Sprache, Datum und Uhrzeit. Die Zeitstempel in den JSON-Dateien sind in UTC gespeichert und werden beim Schreiben in die Ortszeit umgerechnet, mit der Zone, die Ihr PC gerade eingestellt hat. Steht der PC auf einer falschen Zone, sind alle Fotos um dieselben Stunden verschoben. Für Fotos aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist "(UTC+01:00) Amsterdam, Berlin, Bern, Rom, Stockholm, Wien" die richtige Wahl.

Schritt 3: Metadaten korrigieren, bevor Sie etwas verschieben

Korrigieren Sie die Fotos, bevor Sie sie in die Fotos-App importieren, auf ein NAS kopieren oder in OneDrive oder die MagentaCLOUD legen. Kaputte Dateien erst zu kopieren und dann zu reparieren heißt, sie zweimal zu bewegen und den Index des Zielsystems zweimal aufbauen zu lassen.

Takeout JSON Metadata Fixer gibt es im Microsoft Store, oder Sie laden den Installer direkt von takeoutjson.com. Der Installer läuft ohne Administratorrechte, es gibt auch eine portable ZIP-Version. Voraussetzung ist Windows 10 (Version 1809) oder neuer, 64 Bit.

Wählen Sie den Takeout-Ordner, wählen Sie einen Ausgabeordner, starten Sie. Die App schreibt das echte Aufnahmedatum, die Uhrzeit und die GPS-Koordinaten in jedes Foto und setzt die Zeitstempel der Datei passend. Danach ist die Spalte "Aufnahmedatum" im Explorer gefüllt, und die Sortierung nach Datum funktioniert wieder. Die Oberfläche ist auf Deutsch. Alles läuft auf Ihrem PC, nichts wird hochgeladen, und die ersten 1000 Fotos sind kostenlos.

Schritt 4: Im Explorer prüfen

Öffnen Sie den Ausgabeordner im Explorer in der Detailansicht. Rechtsklick auf eine beliebige Spaltenüberschrift, "Weitere", dann "Aufnahmedatum" anhaken. Diese Spalte zeigt das EXIF-Datum aus dem Bild. "Änderungsdatum" und "Erstelldatum" gehören dagegen zur Datei und zeigen, wann sie auf die Festplatte kam.

Vor der Korrektur ist "Aufnahmedatum" bei Screenshots, WhatsApp-Bildern und umdatierten Fotos leer, und "Änderungsdatum" ist der Tag des Entpackens. Nach der Korrektur zeigen alle drei Spalten das echte Datum.

Prüfen Sie ein paar Stichproben, bevor Sie die ganze Bibliothek weiterverarbeiten: ein Kamerafoto, einen Screenshot, ein WhatsApp-Bild, ein Video und ein Foto, das Sie in Google Fotos von Hand umdatiert hatten. Rechtsklick, Eigenschaften, Details zeigt dieselben Felder für eine einzelne Datei.

Bei Videos zeigt der Explorer das Datum aus der MP4- oder MOV-Datei in der Spalte "Medium erstellt". Auch die sollte nach der Korrektur stimmen.

Was Sie außerdem im selben Durchlauf erledigen können

Die Datumskorrektur ist Pflicht. Der Rest ist optional, aber unter Windows oft nützlich:

HEIC-Dateien vom iPhone zeigt Windows ohne die HEIF-Erweiterungen aus dem Microsoft Store nur als leeres Symbol. Die App kann sie in JPG umwandeln, mit erhaltenem Datum und Ort. Mehr dazu in HEIC in JPG umwandeln aus Google Takeout.

Dateinamen wie IMG_4711.JPG sagen nichts. Die App kann sie in 2023-06-17-1306_Wien.jpg umbenennen, mit dem Ortsnamen aus den GPS-Koordinaten, und in Ordner nach Jahr und Monat oder nach Ort einsortieren. Dann finden Sie einen Urlaub auch ohne Fotoprogramm.

Wenn Sie nur die Daten wollen, wählen Sie "Namen behalten" und "Meine Ordner behalten". Ein Probelauf zeigt in beiden Fällen vorher, was passieren würde.

Ohne die App

exiftool gibt es auch für Windows: ZIP von exiftool.org laden, entpacken, exiftool(-k).exe in exiftool.exe umbenennen und in der Eingabeaufforderung im Takeout-Ordner arbeiten. Den Befehl und seine Stolperfallen, vor allem die gekürzten JSON-Namen und die (1)-Duplikate, beschreibt die exiftool-Anleitung. GooglePhotosTakeoutHelper ist ein kostenloses Skript, das unter Windows als .exe läuft und die Namenszuordnung übernimmt, das EXIF-Schreiben aber exiftool überlässt.

Häufige Fragen

Reicht es, im Explorer das Aufnahmedatum von Hand einzutragen?

Für einzelne Fotos ja: Eigenschaften, Details, Aufnahmedatum. Bei Hunderten Dateien ist das keine Option, und Videos lassen sich so nicht ändern.

Warum zeigt die Fotos-App von Windows andere Daten als der Explorer?

Die Fotos-App sortiert nach dem EXIF-Aufnahmedatum und greift auf das Dateidatum zurück, wenn es fehlt. Der Explorer zeigt standardmäßig das Änderungsdatum. Nach der Korrektur stimmen beide überein.

Kann ich die korrigierten Fotos danach auf ein NAS oder einen USB-Stick kopieren?

Ja. Das Datum steckt dann in der Datei und übersteht jedes Kopieren. Mit robocopy /COPY:DAT bleiben auch die Dateizeitstempel erhalten.

Brauche ich Internet?

Nein. Nur die optionale Ortsnamen-Suche für Dateinamen fragt einen Kartendienst ab. Ohne sie läuft die App vollständig offline.