Wie bekomme ich das richtige Datum in meine Takeout-Fotos?
Das echte Aufnahmedatum liegt in den .json-Dateien neben Ihren Fotos. So schreiben Sie es zurück in die Bilder, ganz ohne Kommandozeile.
Das richtige Datum ist bereits in Ihrem Export. Es steht in der .json-Datei neben jedem Foto, in einem Feld namens photoTakenTime. Ihr Problem ist, dass kein Bildbetrachter diese Dateien liest. Bildbetrachter lesen EXIF, den Informationsblock im Bild selbst, und den hat Google leer gelassen.
Die Reparatur ist deshalb ein Kopierauftrag: das Datum aus jeder .json-Datei lesen, in das passende Foto schreiben und die Zeitstempel der Datei anpassen. Bei einem Foto dauert das eine Minute. Bei vierzigtausend brauchen Sie Software.
Was genau kopiert werden muss
Drei Dinge müssen aus der JSON-Datei ins Foto:
Das Aufnahmedatum mit Uhrzeit. In der JSON-Datei steht es als Zeitstempel in Sekunden seit 1970, in UTC. Ins Foto gehört es als EXIF-Feld DateTimeOriginal, in Ortszeit. Das ist das Feld, nach dem der Explorer, Apple Fotos, Synology Photos und Immich sortieren.
Die Dateidaten. Erstellt- und Geändert-Datum sollten dem Aufnahmedatum entsprechen, damit auch Programme, die kein EXIF lesen, die richtige Reihenfolge zeigen, und damit das Datum ein Kopieren auf ein NAS oder einen USB-Stick übersteht.
Die GPS-Koordinaten, sofern die JSON-Datei echte Werte enthält. Bei Fotos ohne Standort schreibt Google 0.0, und dieser Wert darf nicht ins Foto, sonst landen Hunderte Bilder auf der Karte im Atlantik.
Achten Sie auf das richtige Feld. photoTakenTime ist die Aufnahme. creationTime ist der Upload zu Google, bei Scans und alten Fotos oft Jahre später. Wer das falsche Feld nimmt, datiert alte Bilder ins Upload-Jahr. Was sonst noch in der Datei steht, erklärt Was sind die JSON-Dateien in Google Takeout?.
Warum es nicht mit einem Einzeiler getan ist
Sie können einen exiftool-Befehl schreiben, und viele tun das. Aber die Dateinamen der JSON-Dateien machen es umständlich. Google kürzt lange Namen bei 46 Zeichen ab. Je nach Jahr des Exports heißt die Datei IMG_2034.JPG.json oder IMG_2034.JPG.supplemental-metadata.json. Bei Duplikaten steht die (1) an einer ungewohnten Stelle: IMG_2034(1).JPG gehört zu IMG_2034.JPG.supplemental-metadata(1).json. Bearbeitete Kopien mit -edited im Namen haben gar keine eigene JSON-Datei.
Ein Muster, das diese Fälle übersieht, überspringt die Dateien stillschweigend. Die Fotos kommen ohne Fehlermeldung mit dem Download-Datum heraus, und Sie merken es erst Wochen später in der neuen Bibliothek. Videos brauchen zusätzlich andere Tags als Fotos, weil MP4 und MOV ihr Datum nicht im EXIF-Block speichern.
Wenn Sie das alles von Hand machen möchten, steht der komplette Weg in der exiftool-Anleitung. Die Namensregeln im Detail erklärt supplemental-metadata.json erklärt.
Der einfache Weg
Takeout JSON Metadata Fixer nimmt Ihnen das alles ab. Sie wählen den Takeout-Ordner oder die ZIP-Dateien, wählen, wohin die korrigierten Fotos sollen, und starten. Die App ordnet jede JSON-Datei ihrem Foto zu, mit beiden Namensschemata, den gekürzten Namen und den (1)-Zählern. Sie schreibt Datum, Uhrzeit und GPS ins Foto, setzt die Dateidaten passend und gibt Videos ihr Datum in die MP4- oder MOV-Datei. Am Ende sagt sie Ihnen, welche Dateien keine verwertbaren Daten hatten.
Die Oberfläche ist auf Deutsch. Es wird nichts hochgeladen, es gibt kein Konto, und die App läuft auch ohne Internetverbindung. Die ersten 1000 Fotos kosten nichts. Danach kostet Premium einmalig 19,99 US-Dollar, ohne Abo.
Wer nur die Daten korrigieren und sonst nichts ändern möchte, wählt "Namen behalten" und "Meine Ordner behalten". Wer möchte, lässt die Fotos im selben Durchlauf nach Datum und Ort umbenennen und in Ordner nach Jahr und Monat sortieren. Ein Probelauf zeigt vorher, was passieren würde.
In welcher Reihenfolge Sie vorgehen sollten
Erst alle Takeout-Teile in einen Ordner entpacken. Ein Foto und seine JSON-Datei liegen oft in verschiedenen ZIP-Teilen, und nur in einem gemeinsamen Ordner finden sie zusammen.
Dann die Zeitzone des Rechners prüfen. Die JSON-Zeitstempel sind UTC und werden in die Ortszeit umgerechnet, die Ihr Computer eingestellt hat. Steht der Rechner auf der falschen Zone, verschieben sich alle Fotos um dieselben Stunden.
Dann die Metadaten korrigieren, und zwar bevor Sie die Fotos in ein neues Programm importieren oder auf ein NAS kopieren. Kaputte Dateien erst zu verschieben und dann zu reparieren heißt, sie zweimal zu bewegen.
Zum Schluss stichprobenartig prüfen: ein Kamerafoto, ein Screenshot, ein WhatsApp-Bild, ein Video, ein Foto, das Sie in Google Fotos umdatiert hatten. Stimmt das Datum bei allen fünf, stimmt es fast sicher bei allen anderen auch. Erst dann die JSON-Dateien löschen.
Häufige Fragen
Muss ich Takeout neu anfordern, wenn ich die JSON-Dateien schon gelöscht habe?
Ja, wenn die Fotos kein eigenes EXIF-Datum haben. Die JSON-Dateien waren die einzige Kopie der Google-Daten. Ein neuer Export ist der einzige Weg zurück.
Ändert das Schreiben des Datums die Bildqualität?
Nein. Es wird nur der Metadaten-Block geändert. Die Bilddaten bleiben Byte für Byte gleich.
Was ist mit Fotos, die gar keine JSON-Datei haben?
Die behalten ihr EXIF-Datum, wenn sie eines haben. Haben sie keines, bekommen sie das Dateidatum. So bleibt kein Foto ohne Datum, aber bei diesen Dateien lohnt sich ein Blick.
Funktioniert das auch, wenn ich nicht Google Fotos, sondern einen anderen Ordner habe?
Ja. Die App arbeitet mit jedem Fotoordner. Ohne JSON-Dateien nutzt sie EXIF und Dateidatum, und Sie können für einen Ordner Datum und Ort von Hand setzen.