Google Datenexport gibt dir das falsche Datum und kein GPS
Nach dem Google Datenexport (Takeout) tragen viele Fotos das Datum des Downloads und keinen Standort mehr. Warum das passiert, wo Datum und GPS wirklich stecken und wie Sie beides in einem Durchlauf in die Fotos zurückschreiben.
Der Google Datenexport (Google Takeout) gibt Ihnen Ihre Fotos zurück, aber nicht so, wie Sie sie in Google Fotos gesehen haben. Viele Bilder tragen danach das Datum des Downloads, und Fotos, deren Ort Sie in Google Fotos gesehen oder eingetragen haben, haben keine GPS-Daten mehr. Beides ist nicht verloren: Datum und Standort liegen in der .json-Datei neben jedem Foto. Sie müssen nur zurück ins Foto geschrieben werden.
Warum das Datum falsch ist
Ein Foto hat zwei Arten von Datum:
- Das Dateidatum (Erstellt, Geändert). Das verwaltet das Betriebssystem. Es wird beim Herunterladen und Entpacken auf heute gesetzt.
- Das Aufnahmedatum in den EXIF-Daten. Es steckt im Foto selbst. Danach sortieren der Windows-Explorer, die Mac-App Fotos, Handy-Galerien und Dienste wie iCloud oder Immich.
Fotos direkt aus der Handykamera haben meistens ein Aufnahmedatum in den EXIF-Daten. Sie landen nach dem Export am richtigen Tag. Falsch einsortiert werden die anderen:
- Bilder aus WhatsApp, Signal oder Telegram. Messenger entfernen die EXIF-Daten beim Versenden.
- Screenshots, die oft gar kein Aufnahmedatum haben.
- Eingescannte Papierfotos.
- Alles, dessen Datum Sie in Google Fotos korrigiert haben. Google speichert die Korrektur nur in seiner Datenbank, nicht in der Datei.
Bei diesen Fotos bleibt nur das Dateidatum, und das ist der Tag des Downloads. In der Galerie stehen dann Jahre an Fotos auf einem einzigen Tag. Mehr zum Unterschied der beiden Daten steht unter Aufnahmedatum vs. Änderungsdatum.
Warum GPS fehlt
Google Fotos zeigt Orte aus drei Quellen: GPS aus der Kamera, Orte, die Sie selbst eingetragen oder geändert haben, und Orte, die Google geschätzt hat. Im Export steckt nur die erste Quelle im Foto. Einen Ort, den Sie in Google Fotos eingetragen oder korrigiert haben, schreibt Google nicht in die Datei, sondern nur in die .json-Datei.
Dazu kommen Fotos, die nie GPS hatten: Messenger-Bilder, Screenshots, Fotos von Kameras ohne GPS. Wenn Sie den Export in eine neue App laden, bleiben die Karte und die Ortssuche bei diesen Fotos leer.
Wo Datum und GPS wirklich stecken
Neben jedem Foto liegt eine .json-Datei. Seit 2024 heißt sie meist so wie IMG_1234.jpg.supplemental-metadata.json, ältere Exporte nutzen IMG_1234.jpg.json. Darin stehen:
photoTakenTime.timestamp: das echte Aufnahmedatum, als Unix-Sekunden in UTC.geoData: Breite, Länge und Höhe, so wie Google Fotos den Ort kennt. Steht dort0.0, hat Google keinen Ort.description: die Beschreibung, die Sie in Google Fotos eingegeben haben.
Keine Foto-App liest diese Dateien. Wer sie löscht, verliert das Datum und den Ort endgültig. Löschen Sie die .json-Dateien also erst, wenn die Daten im Foto stehen (siehe Google Fotos: Datum falsch nach Takeout?).
Datum und GPS zurück ins Foto schreiben
Damit der Export richtig sortiert und auf der Karte erscheint, muss jedes Foto mit seiner .json-Datei gepaart werden. Dann werden Aufnahmedatum und GPS in die EXIF-Daten geschrieben und das Dateidatum angeglichen. Das ist einfacher gesagt als getan. Google kürzt lange Dateinamen der .json-Dateien auf 46 oder 51 Zeichen und setzt bei Duplikaten das (1) an eine andere Stelle als beim Foto. Ein einfaches Skript übersieht diese Fotos.
Mit exiftool
exiftool ist kostenlos und kann .json-Daten übernehmen. Sie arbeiten auf der Kommandozeile, und Fotos mit gekürzten Namen müssen Sie gesondert behandeln. Eine Anleitung steht unter Google Takeout Datum mit exiftool korrigieren.
Mit Takeout JSON Metadata Fixer
Takeout JSON Metadata Fixer ist eine Desktop-App für Windows, Mac und Linux, die genau diesen Schritt erledigt, ohne Kommandozeile. Die App ist komplett auf Deutsch.
- Wählen Sie die Takeout-Zip-Dateien aus. Entpacken ist nicht nötig, und mehrteilige Exporte liest die App zusammen.
- Wählen Sie einen Zielordner, auch auf einer externen Festplatte.
- Klicken Sie auf Start.
Die App paart jedes Foto mit seiner .json-Datei, auch bei gekürzten Namen und Duplikaten. Sie schreibt Aufnahmedatum und GPS in die Fotos und setzt das Dateidatum auf das Aufnahmedatum. Auf Wunsch benennt sie die Dateien nach Datum und Ort und sortiert sie in Ordner nach Jahr und Monat. Alles läuft auf Ihrem Rechner, nichts wird hochgeladen.
So prüfen Sie das Ergebnis
Windows: Öffnen Sie den Ordner im Explorer, wählen Sie die Detailansicht, fügen Sie per Rechtsklick auf die Spaltenköpfe die Spalte "Aufnahmedatum" hinzu und sortieren Sie danach. In den Eigenschaften eines Fotos zeigt der Reiter "Details" unter "GPS" die Koordinaten.
Mac: Öffnen Sie ein Foto in Vorschau, dann "Werkzeuge" und "Informationen einblenden". Der Reiter "EXIF" zeigt das Originaldatum, der Reiter "GPS" den Ort.
Prüfen Sie ein paar Messenger-Bilder, einen Screenshot und ein altes Foto. Wenn diese stimmen, stimmt der Rest meistens auch. Behalten Sie die Zip-Dateien, bis Sie geprüft haben.
Häufige Fragen
Kann ich beim Google Datenexport einstellen, dass Datum und GPS im Foto bleiben?
Nein. Takeout bietet dafür keine Option. Google liefert die Originaldateien und die Daten aus Google Fotos immer getrennt, als Foto und .json-Datei.
Fehlt das GPS auch bei Fotos direkt vom Handy?
Meistens nicht. Wenn das Handy beim Fotografieren den Standort gespeichert hat, steckt er im Foto und bleibt beim Export erhalten. Es fehlen die Orte, die erst in Google Fotos dazukamen.
Warum stimmt bei manchen Fotos die Uhrzeit nicht?
photoTakenTime steht in UTC. Wer den Wert ohne Umrechnung übernimmt, verschiebt die Uhrzeit um die Zeitzone, in Deutschland um eine oder zwei Stunden. Takeout JSON Metadata Fixer rechnet in die Zeitzone Ihres Rechners um.
Hilft ein neuer Export?
Nein. Jeder Export ist gleich aufgebaut. Das Datum und der Ort stehen auch beim nächsten Mal nur in der .json-Datei.
Gehen beim Zurückschreiben Bildqualität oder Fotos verloren?
Nein. Es werden nur die Metadaten geschrieben, die Pixel bleiben unverändert. Die Originale im Zip bleiben ebenfalls unberührt.