Takeout JSON

Google Fotos auf eine externe Festplatte speichern, richtig

Einen Takeout-Export auf eine Festplatte zu kopieren ist einfach. Ohne Reparatur archivieren Sie aber Fotos mit falschem Datum. So wird es ein Archiv.

Kopieren ist der einfache Teil. Die Falle ist, eine kaputte Bibliothek zu kopieren und das eine Sicherung zu nennen.

Ziehen Sie einen unreparierten Takeout-Export auf eine externe Festplatte, haben Sie Tausende Fotos mit dem heutigen Datum und ohne Ort archiviert, plus einen Haufen .json-Dateien, die nie wieder jemand öffnet. In fünf Jahren, wenn Sie die Festplatte anschließen, gibt es keine Möglichkeit mehr zu sagen, wann etwas aufgenommen wurde. Die JSON-Dateien sind dann technisch noch da, aber die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die Übernahme dann statt jetzt machen, ist gering.

Ein Archiv ist nur nützlich, wenn jede Datei ihre eigene Geschichte trägt. Das heißt: Datum, Uhrzeit und GPS im Foto selbst, nicht in einer Begleitdatei, die jedes Kopieren und jede Synchronisation vom Bild trennen kann.

Schritt 1: Exportieren

Fordern Sie den Export unter takeout.google.com an, nur Google Fotos, in 10-GB-Teilen. Laden Sie alle Teile in einen Ordner auf dem Computer, nicht direkt auf die externe Festplatte. Entpacken Sie alle Teile in denselben übergeordneten Ordner. Die Einstellungen im Einzelnen stehen in Google Fotos exportieren und das Aufnahmedatum behalten.

Warum nicht direkt auf die externe Platte? Weil die nächsten Schritte Zehntausende kleine Dateien lesen und schreiben, und das über USB deutlich langsamer ist als auf der internen SSD. Reparieren Sie intern, kopieren Sie danach einmal.

Schritt 2: Daten in die Fotos schreiben

Das ist der Schritt, der aus dem Export ein Archiv macht. Jedes Foto bekommt sein echtes Aufnahmedatum und, wo vorhanden, seinen Ort in den EXIF-Block geschrieben. Die Dateizeitstempel werden passend gesetzt. Danach zeigt jeder Computer, jetzt oder in zehn Jahren, das richtige Datum, ohne irgendeine Software von heute zu brauchen.

Takeout JSON Metadata Fixer macht das in einem Durchlauf. Sie zeigen der App den entpackten Ordner oder die ZIPs, und sie schreibt Datum, Uhrzeit und GPS aus jeder JSON-Datei ins Foto und ins Video. Sie kennt die gekürzten JSON-Namen und die (1)-Duplikate, die ein einfaches Skript übersieht, und meldet am Ende, welche Dateien keine verwertbaren Daten hatten.

Für ein Archiv lohnen sich zwei weitere Optionen. Lassen Sie die Dateien nach Datum und Ort umbenennen, etwa 2019-07-14-1105_Wien.jpg. Ein Dateiname ist die einzige Information, die jedes System anzeigt, auch der USB-Anschluss am Fernseher. Und sortieren Sie in Ordner nach Jahr und Monat. Dann ist die Festplatte ohne jedes Programm lesbar: Ordner öffnen, Jahr wählen, Monat wählen, fertig.

Albumkopien aus Takeout schreibt die App nicht doppelt ins Ziel, was das Archiv um die Kopien verkleinert, die Google in die Albumordner gelegt hat. HEIC-Dateien vom iPhone können Sie zu JPG umwandeln lassen, falls die Festplatte später an einem Windows-Rechner oder Fernseher hängen soll, der HEIC nicht liest. Die Metadaten bleiben dabei erhalten.

Ein Probelauf zeigt vorher, was passieren würde. Die App läuft offline auf Windows, Linux und Mac, mit deutscher Oberfläche, nichts wird hochgeladen. Die ersten 1000 Fotos sind kostenlos, Premium kostet einmalig 19,99 US-Dollar.

Wer es von Hand machen will: die exiftool-Anleitung.

Schritt 3: Prüfen, dann kopieren

Suchen Sie im reparierten Ordner fünf Dateien heraus, darunter einen Screenshot, ein WhatsApp-Bild und ein Foto, das Sie in Google Fotos umdatiert hatten. Rechtsklick, Eigenschaften, Details: Steht das richtige "Aufnahmedatum" da? Dann kopieren Sie den fertigen Ordnerbaum in einem Durchgang auf die externe Festplatte.

Unter Windows bleibt mit robocopy /COPY:DAT auch der Dateizeitstempel erhalten. Auf dem Mac reicht der Finder, unter Linux rsync -a. Bei 200 GB über USB 3 rechnen Sie mit einer halben bis einer Stunde.

Die .json-Dateien müssen nicht mit. Die App schreibt sie ohnehin nicht in die Ausgabe. Behalten Sie den Original-Export mit den JSON-Dateien auf dem Computer, bis Sie das Archiv geprüft haben.

Welches Dateisystem für die Festplatte

Soll die Festplatte nur an Windows-Rechnern hängen, ist NTFS in Ordnung. Soll sie an Mac und Windows lesbar sein, formatieren Sie sie mit exFAT. Beide Systeme lesen und schreiben es. Das Aufnahmedatum steckt im EXIF und ist vom Dateisystem unabhängig. Die Dateizeitstempel sind es nicht ganz: exFAT speichert sie etwas gröber als NTFS, was für Fotos aber keine Rolle spielt.

Eine Festplatte ist keine Sicherung

Eine externe Festplatte fällt irgendwann aus, meist ohne Vorwarnung. Ein Archiv, das nur auf einer Platte liegt, ist eine Kopie, keine Sicherung. Legen Sie eine zweite an, oder lassen Sie den reparierten Ordner zusätzlich auf ein NAS oder in eine Cloud laufen. Weil Datum und Ort in den Dateien stecken, ist jede weitere Kopie genauso vollständig wie die erste. Das ist der eigentliche Gewinn der Reparatur: Sie müssen sie nie wiederholen.

Häufige Fragen

Kann ich die Fotos direkt aus Google Fotos auf die Festplatte herunterladen, ohne Takeout?

Für einzelne Alben ja, über den Download-Knopf. Für die ganze Bibliothek nicht. Und beim direkten Download kommen die JSON-Dateien nicht mit, sodass Screenshots, WhatsApp-Bilder und umdatierte Fotos ihr Datum verlieren.

Wie groß muss die Festplatte sein?

Etwas größer als der belegte Speicher in Google Fotos, ohne die Albumkopien. Mit umgewandelten HEIC-Dateien wird das Archiv größer, weil JPG bei gleicher Qualität mehr Platz braucht.

Liest ein Fernseher die Ordnerstruktur?

Die meisten Fernseher zeigen Ordner und sortieren Dateien nach Name. Deshalb lohnt sich das Umbenennen mit Datum am Anfang: Die Reihenfolge stimmt dann auch dort.

Was mache ich mit den Videos?

Die App schreibt das Datum auch in MP4- und MOV-Dateien und kann alte AVI-Dateien in MP4 umwandeln, das jeder Fernseher und jedes Handy abspielt.